Karate Do Quedlinburg e.V.

1990 - 2017

Kata

„Kata ist die stilisierte Form eines  Kampfes gegen mehrere imaginäre Gegner“ nach genau festgelegten  Bewegungsabläufen. Die Kata ist die traditionellste Form des Karate Do.  Bis in die 30er Jahre des letzten Jahrhunderts bestand Karate fast ausschließlich  aus Kata. Sie stehen nach wie vor im Mittelpunkt unserer Kampfkunst. Katas  gibt es nicht nur im Karate. Es gibt sie auch in allen anderen Formen traditioneller  japanischer Kampfkünste. Durch die Katas gelangten diese Kampfkünste  bis in unsere heutige Zeit.

Gerade in den Katas wird der friedliche Grundgedanke  des Karate Do deutlich, denn jede Kata beginnt mit einer Abwehrtechnik.

„Kata ist geeignet, die Beherrschung der  Technik und besonders die innere Haltung zu schulen: Atmung, Ruhe, Gelassenheit,  Sicherheit, Entschlusskraft, Kampfgeist, Rhythmus. Die Katas sind auch ideal  zum Durchtrainieren des ganzen Körpers, weil in ihnen alle Techniken des  Karate in ganz genau festgelegter Reihenfolge auftauchen. Vor allem durch das  Studium der Katas erlangt man Harmonie und Rhythmus, gelangt zu innerer Gelassenheit,  Sicherheit und Ausstrahlung. Die Koordinationsfähigkeit und die Konzentrationsfähigkeit  werden durch das Erlernen und Üben von Kata ebenfalls gesteigert.“,   so Albrecht Pflüger (8. Dan), einer der Pioniere des Karate  in Deutschland, in seinem sehr zu empfehlenden Buch „25 Shotokan-Katas“ (erschienen  im Falken Verlag).

"Die Kata darf nicht verändert werden, im Kampf jedoch gilt das Gegenteil", Funakoshi Gichin

Untrennbar mit dem Üben von Katas ist  die Bunkai. Bunkai bedeutet soviel wie „Zersetzung“, „Auseinandernehmen“.   Dahinter verbirgt sich das Üben der einzelnen zuvor erlernten Elemente  einer Kata mit einem oder mehreren Partnern. Auf einen Angriff erfolgt die  Abwehr und der Gegenangriff, wie es die jeweilige Kata vorgibt. Voraussetzung  zur richtigen Anwendung (Bunkai) ist das genaue Verständnis der erlernten  Techniken in der Kata. Die Bedeutung des Erlernten muss klar sein. So kann  es gelingen, zuerst bewusst und später nur noch unbewusst auf mögliche  Angriffe zu reagieren. Spätestens jetzt wird deutlich: Kata ist auch Kampf!

Die Shotokan-Katas:

Name

Bedeutung

Taikyoku Shodan

"Universelle Kata Nr. 1"

Heian Shodan

"Friede/ innere Ruhe Nr. 1"

Heian Nidan

"Friede/ innere Ruhe Nr. 2"

Heian Sandan

"Friede/ innere Ruhe Nr.  3"

Heian Yondan

"Friede/ innere Ruhe Nr.  4"

Heian Godan

"Friede/ innere Ruhe Nr.  5"

Tekki Shodan

"Eiserner Reiter Nr. 1"

Bassai Dai

„Die Mauer zerstören – groß”

Jion

„Liebe [und] Güte”

Empi (Enpi)

„Flug der Schwalbe”

Kanku Dai

„Die Himmelsschau – groß“

Hangetsu

„Halbmond”

Tekki Nidan

"Eiserner Reiter Nr. 2"

Jitte

„10 Hände“

Gangaku

„Kranich auf dem Felsen“

Sochin

„Stärke [und] Ruhe“

Nijushiho

„24 Schritte“

Chinte

„Seltene Hand“

Tekki Sandan

"Eiserner Reiter Nr. 3"

Bassai Sho

„Die Mauer zerstören – klein”

Kanku Sho

„Die Himmelsschau – klein“

Ji’in

„Liebe [und] Schatten“

Meikyo

„Heller Spiegel“

Wankan

„König [und] Krone“

Unsu

„Hand in den Wolken“

Quellen: „27 Shotokan-Katas“ von Albrecht Pflüger und „Shotokan no Hyakkajiten – Enzyklopädie japanischer Fachausdrücke in der Karatestilrichtung Shotokan von Schlatt

Quelle: "27 Shotokan Katas" von Albrecht Pflüger

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